
1948 · 26. Juni 1948
Berliner Luftbrücke
Elf Monate lang versorgen Flugzeuge eine Stadt von zwei Millionen Menschen: Wie West-Berlin die Blockade überstand – erzählt mit dem Tagebuch eines Berliner Malers.
- Originalquellen
- KI-Bilder
- Zeitzeugen-Perspektive
- Übersicht & Werkstatt
- 17
- Stationen
- 34
- Quellen
- 17
- KI-Bilder
- 8
- Kapitel
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Wissenswertes & Kurzfakten
Ein Berliner Maler notierte am 10. Juli 1948: „Berlin ist eine belagerte Stadt.“
Nachlesen · Tagebuch Hans Brass · WikisourceBritische Sunderland-Flugboote landeten von Juli bis Mitte Dezember 1948 auf der Havel.
Nachlesen · RAF-Foto · CommonsDer Flugbetrieb in Tegel begann am 5. November 1948 – auf einem Flugplatz, der erst im Sommer gebaut wurde.
Nachlesen · Tegel 1948 · Commons
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Quellen- & Kartenquiz
1 · 18.–20.6.1948 · KI-Rekonstruktion
Neues Geld im Westen
Am 20. Juni 1948 führen die drei Westmächte in ihren Besatzungszonen die D-Mark ein. Die alte Reichsmark verliert ihre Kaufkraft, jeder erhält zunächst 40 Mark Kopfgeld. Berlin ist von der Reform zunächst ausgenommen. Der Berliner Maler Hans Brass notiert in seinem Tagebuch, das sei „auf die Dauer unmöglich“.
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2 · 22.–24.6.1948 · KI-Rekonstruktion
Zwei Währungen in einer Stadt
Die Sowjetunion antwortet mit einer eigenen Währungsreform für ihre Zone und ganz Berlin. Die Westmächte führen daraufhin die D-Mark auch in den Westsektoren ein. Brass hält am 23. Juni fest, dass der Magistrat den sowjetischen Befehl ablehnt, die Ostwährung in ganz Berlin durchzusetzen: „Das kann gut werden!“
- Tagebuch Brass: Überraschte Besatzungsmacht
- Tagebuch Brass: Zwei Währungen in Berlin
- Kupons auf alte Geldscheine in Berlin

3 · 24.6.1948 · KI-Rekonstruktion
Die Blockade beginnt
In der Nacht zum 24. Juni sperrt die sowjetische Militärverwaltung Straßen, Bahnlinien und Wasserwege nach West-Berlin. Die Stromlieferung aus dem Osten wird unterbrochen. Rund zwei Millionen Menschen in den Westsektoren sind von der Versorgung über Land abgeschnitten.
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4 · 26.6.1948 · KI-Rekonstruktion
Die ersten Flüge
Am 26. Juni starten amerikanische Transportflugzeuge mit Lebensmitteln nach Berlin. Die US-Luftwaffe nennt den Einsatz „Operation Vittles“, die Briten fliegen als „Operation Plainfare“. Zunächst hält kaum jemand für möglich, eine ganze Stadt aus der Luft zu versorgen.
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5 · Sommer 1948 · KI-Rekonstruktion
Gatow: der britische Flugplatz
Im britischen Sektor landet ein Großteil der britischen Flüge in Gatow. Ein Foto vom 19. August 1948 zeigt eine riesige C-74 Globemaster, die über 20 Tonnen Mehl aus den USA bringt. Deutsche Arbeiter entladen die Maschinen in kurzer Zeit, damit die nächste landen kann.
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6 · Juli–Dez. 1948 · KI-Rekonstruktion
Flugboote auf der Havel
Britische Sunderland-Flugboote landen von Juli bis Mitte Dezember 1948 auf der Havel und dem Wannsee. Sie bringen vor allem Salz, das den Flugbooten nichts anhaben kann, weil sie für Seewasser gebaut sind. Als das Eis kommt, endet dieser Weg.
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7 · Juli 1948 · KI-Rekonstruktion
Angst vor dem Krieg
Die Westmächte verlangen in Noten an Moskau die Aufhebung der Blockade. Die Sowjetunion lehnt ab. Brass schreibt am 17. Juli, nun seien „kriegerische Entwicklungen unvermeidlich“. Seine Befürchtung zeigt die Stimmung, bestätigt sich aber nicht.
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8 · Aug. 1948 · KI-Rekonstruktion
Tempelhof: Landung im Minutentakt
Am 21. August beobachtet Brass vom Bahnhof Tempelhof aus den Flughafen: Kaum rollt ein viermotoriges Flugzeug aus, landet schon das nächste. Kinder warten auf den Trümmerbergen. Der Pilot Gail Halvorsen beginnt im Sommer 1948, an kleinen Fallschirmen Süßigkeiten abzuwerfen – daher der Name „Rosinenbomber“.
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9 · 1948–1949 · KI-Rekonstruktion
Entladen in Minuten
Auf dem Vorfeld stehen Maschinen der US-Luftwaffe und der US-Marine in einer Reihe. Deutsche Arbeiterinnen und Arbeiter tragen Säcke auf Lastwagen. Die Arbeit wird in Schichten Tag und Nacht erledigt.
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10 · 13.8.1948 · KI-Rekonstruktion
Der „Schwarze Freitag“
Am 13. August 1948 geraten bei schlechtem Wetter über Tempelhof Dutzende Maschinen in eine Warteschleife, eine verunglückt bei der Landung. General William H. Tunner ordnet danach den Ablauf neu. Wer seine Landung verpasst, muss zurückfliegen. Feste Korridore und Abstände machen die Luftbrücke berechenbar.
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11 · 9.9.1948 · KI-Rekonstruktion
„Ihr Völker der Welt …“
Vor der Reichstagsruine versammeln sich Hunderttausende. Der gewählte Oberbürgermeister Ernst Reuter ruft die Welt auf, Berlin nicht preiszugeben. Brass notiert am nächsten Tag eine „Riesendemonstration“, über die auch amerikanische Sender berichteten. Reuters Rede selbst ist hier nicht im Wortlaut wiedergegeben.
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12 · 5.11.1948 · KI-Rekonstruktion
Ein neuer Flughafen in 90 Tagen
Im französischen Sektor bauen Tausende Berlinerinnen und Berliner ab August 1948 einen neuen Flugplatz, vielfach mit Trümmerschutt. Am 5. November 1948 beginnt in Tegel der Flugbetrieb. Brass erwähnt den Bau schon im August: „Alles das sieht nicht nach Frieden aus.“
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13 · Winter 1948/49 · KI-Rekonstruktion
Kohle, Kälte, Stromsperren
Im Winter wird Kohle wichtiger als Lebensmittel. Strom gibt es nur stundenweise; Brass klagt im Dezember über die tägliche Stromsperre von mittags bis sechs Uhr. Fotos zeigen Berliner, die ihre wöchentliche Kohleration abholen.
- Tagebuch Brass: Stromsperre
- Entladen im Schnee
- Ausgabe der Kohleration
- Nährmittel-Lager in Berlin
- Kind auf einem Care-Paket

14 · 12.12.1948 · KI-Rekonstruktion
Logistik als Waffe
Eine Grafik der US-Luftwaffe vom 12. Dezember 1948 zeigt, woher die Ladung kommt und wohin sie geht. Mehl, Kohle, Medikamente und Maschinen werden in Westdeutschland gesammelt und geplant verladen. Fotos aus Frankfurt zeigen Kohlensäcke und eine Statistiktafel.
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15 · April 1949 · KI-Rekonstruktion
Rekorde und erste Hoffnung
Zu Ostern 1949 fliegt die Luftbrücke an einem einzigen Tag eine Rekordmenge. Gleichzeitig verhandeln die USA und die Sowjetunion in New York. Am 28. April 1949 notiert Brass die „ersten amtlichen Verlautbarungen betr. Aufhebung der Blockade“.
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16 · 12.5.1949 · KI-Rekonstruktion
Die Blockade endet
Um Mitternacht zum 12. Mai 1949 öffnen die Sowjets die Wege wieder. Ein Bundesarchiv-Foto zeigt die Abfahrt des ersten Interzonenzuges. Brass ist skeptisch: Die Blockade habe so viel Verwirrung hinterlassen, dass sie sich „nicht leicht werden entwirren lassen“.
- Tagebuch Brass: Aufhebung bestätigt
- Tagebuch Brass: „Heute zu Mitternacht“
- Abfahrt des ersten Interzonenzuges
- Straßensperren werden beseitigt

17 · 30.9.1949 · 1951 · KI-Rekonstruktion
Letzter Flug und Erinnerung
Zur Vorratsbildung fliegt die Luftbrücke noch bis zum 30. September 1949. Insgesamt bringen rund 278.000 Flüge etwa 2,3 Millionen Tonnen Güter nach Berlin. Bei Unfällen kommen Dutzende alliierte Flieger und Helfer sowie Deutsche ums Leben; die genauen Zahlen schwanken. Seit 1951 erinnert das Luftbrückendenkmal vor Tempelhof an sie.
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Tempelhof: um 1948 und 2019


- U.S. Air Force · Public domain
- dronepicr (CC BY 2.0)
- Kein identischer Blickwinkel / Not a matched viewpoint
Audioguide · 8 Kapitel
KI-Sprecher · Bilder: KI-Rekonstruktionen, keine historischen Aufnahmen
1 · 18.–20.6.1948Neues Geld im WestenBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Drei Jahre nach Kriegsende ist das alte Geld fast nichts mehr wert. Im Juni 1948 führen die Westmächte in ihren Zonen eine neue Währung ein, die D-Mark.
Der Berliner Maler Hans Brass schreibt am Vorabend in sein Tagebuch: Jeder bekommt zunächst vierzig Mark neues Geld in die Hand gedrückt. In Berlin bleibt vorerst alles beim Alten.
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2 · 24.6.1948Die Blockade beginntBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am vierundzwanzigsten Juni 1948 sind die Wege nach West-Berlin plötzlich zu. Keine Züge, keine Lastwagen, keine Kähne. Auch der Strom aus den Kraftwerken im Osten fehlt.
Hans Brass schreibt wenig später: Berlin ist eine belagerte Stadt. Ab sechs Uhr abends fahren keine U-Bahn und keine Straßenbahn mehr.
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3 · Aug. 1948Tempelhof: Landung im MinutentaktBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am Bahnhof Tempelhof stehen im August 1948 viele Schaulustige. Von hier sieht man über den ganzen Flughafen.
Hans Brass schreibt: Das erste Riesenflugzeug ist eben ausgelaufen, als schon das nächste landet. Eine ununterbrochene Welle von landenden und startenden Maschinen, ein imposanter Anblick.
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4 · 13.8.1948Der „Schwarze Freitag“Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Mitte August 1948 droht die Luftbrücke im eigenen Erfolg zu ersticken. Bei Regen kreisen Dutzende Flugzeuge gleichzeitig über Tempelhof.
General William Tunner führt danach strenge Regeln ein: feste Abstände, feste Höhen, und wer die Landung verpasst, fliegt zurück. Aus dem Durcheinander wird ein Takt.
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5 · 9.9.1948„Ihr Völker der Welt …“Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am neunten September 1948 ist die Wiese vor dem zerstörten Reichstag schwarz von Menschen. Ernst Reuter spricht und ruft die Völker der Welt an, auf diese Stadt zu schauen.
Hans Brass hört davon im Radio. Er schreibt: Das freiheitliche, demokratische Berlin demonstrierte machtvoll. Die Lage ist sehr gespannt.
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6 · Winter 1948/49Kohle, Kälte, StromsperrenBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Der Winter 1948 auf 1949 ist die größte Probe. Die Flugzeuge bringen jetzt vor allem Kohle, Sack für Sack.
In den Wohnungen bleibt es kalt und dunkel. Hans Brass notiert im Dezember knapp: Stromsperre von mittags bis sechs Uhr, höchst lästig.
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7 · 12.5.1949Die Blockade endetBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am elften Mai 1949 spricht ganz Berlin nur über eines: Heute um Mitternacht wird die Blockade aufgehoben.
Hans Brass bleibt nüchtern. Die Stadt hat jetzt zwei Währungen und zwei Stadtverwaltungen. Diese Verwirrung, schreibt er, wird sich nicht leicht entwirren lassen.
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8 · 30.9.1949 · 1951Letzter Flug und ErinnerungBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Die Luftbrücke fliegt noch bis Ende September 1949 weiter, damit Berlin Vorräte anlegen kann. Am Ende sind es mehr als zweihundertsiebzigtausend Flüge.
Vor dem Flughafen Tempelhof steht seit 1951 das Luftbrückendenkmal. Seine drei Bögen zeigen nach Westen – für die drei Luftkorridore und für die Menschen, die dabei starben.
Quelle zur Station
Originalquellen · 34
Jede Quelle mit Datum, Urheber, Lizenz und Einordnung. Der Link führt zum Original im Archiv.
Tagebuch Brass: Die Währungsreform kommt
18.6.1948 · Neues Geld im Westen
Am morgigen Tage bricht nun endgültig die so lange u. mit Furcht erwartete Währungsreform an, u. zwar nur in der Westzone. Im Osten u. in Berlin bleibt zunächst noch alles beim Alten, aber das ist auf die Dauer unmöglich. Die Reform besteht in der Hauptsache darin, daß das gesamte Geld am morgigen Tage seine Kaufkraft verliert. Dafür bekommt jedermann zunächst 40,– Rm. neues Geld in die Hand gedrückt u. nach kurzer Zeit nochmals 20,– Rm. Damit soll dann jeder wirtschaften.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Überraschte Besatzungsmacht
22.6.1948 · Zwei Währungen in einer Stadt
Nach dieser eigenartigen Geldabstempelung sieht es denn doch so aus, als wären die Russen von der Währungsreform im Westen total überrascht worden. Obwohl doch seit Monaten davon gesprochen u. geschrieben wurde, haben sie es offenbar nicht ernst genommen. Jedenfalls ist offenbar, daß die Russen vor einer unerwarteten Tatsache stehen, auf die sie in keiner Weise vorbereitet waren.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Zwei Währungen in Berlin
23.6.1948 · Zwei Währungen in einer Stadt
10.15 Uhr: Es ist also zunächst Tatsache, daß es nun in Berlin zwei Währungen geben wird. Ab Freitag wird in den West-Sektoren die Westwährung ausgegeben, ab morgen die Ostwährung, wobei die Russen befohlen haben, daß auch die Einwohner der Westsektoren die Ostwährung eintauschen müssen. Der Besitz von Zahlungsmitteln der Westwährung soll bestraft werden. Die Russen haben vom Magistrat verlangt, daß er in diesem Sinne handeln soll, aber der Magistrat hat es abgelehnt. Das kann gut werden!
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: „Berlin ist eine belagerte Stadt“
10.7.1948 · Die Blockade beginnt
Die politische Spannung kann kaum noch zunehmen. Die Russen haben seit einigen Tagen den Berliner Westsektoren den elektr. Strom teilweise ganz gesperrt u. jeden Verkehr zwischen Berlin u. dem Westen unterbunden. Die Westmächte helfen sich mit Flugzeugen, es landen täglich 400 Flugzeuge in Tempelhof u. Gatow u. bringen Verpflegung. Berlin ist eine belagerte Stadt. Ab gestern sind in Berlin von 6 Uhr nachm. ab sämtliche Verkehrsmittel, die Strom brauchen, stillgelegt, also keine U-Bahn, keine Straßenbahn, nur allein die S-Bahn fährt noch.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Moskau lehnt ab
17.7.1948 · Angst vor dem Krieg
Gestern las ich in der Zeitung, daß Moskau geantwortet u. die Forderung der Westmächte auf Aufhebung der Blockade Berlins abgelehnt haben. Damit sind nun kriegerische Entwicklungen unvermeidlich geworden u. man muß jede Stunde damit rechnen, das die Westmächte den Weg nach Berlin gewaltsam erzwingen.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Fliegerlärm in der Nacht
10.8.1948 · Angst vor dem Krieg
Die Russen machen einen riesigen Betrieb in der Luft. In der letzten Nacht war nicht eine Minute ohne Fliegerlärm. Sie wollen damit wohl demonstrieren.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Blick auf Tempelhof
21.8.1948 · Tempelhof: Landung im Minutentakt
Gleich nach dem Frühstück zu Wauer gefahren. Auf dem Bahnhof Tempelhof, von dem aus man den Flughafen gut übersehen kann, standen viele Schaulustige u. sahen sich den Riesenbetrieb an, der seit der sogen. Luftbrücke dort herrscht. Es war wirklich so, wie es in den Zeitungen steht: das erste viermotorige Riesenflugzeug ist auf der Landebahn eben ausgelaufen u. schwenkt zu seinem Platz ein, als schon das nächste Flugzeug landet. Es ist eine ununterbrochene Welle von landenden u. startenden Maschinen, ein imposanter Anblick.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Ein neuer Flugplatz bei Tegel
21.8.1948 · Ein neuer Flughafen in 90 Tagen
Der Flugplatz selbst wird nicht unerheblich vergrößert, ganze Züge von Lastwagen bringen Erde dazu heran. – Dazu wird bei Tegel in aller Hast ein ganz neuer Flugplatz gebaut. Alles das sieht nicht nach Frieden aus.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Riesendemonstration am Reichstag
10.9.1948 · „Ihr Völker der Welt …“
Gestern fand eine Riesendemonstration auf dem Platz der Republik statt, wo das freiheitliche, demokratische Berlin machtvoll gegen SED u. Kommunistischen Terror u. gegen Rußland demonstrierte. Der amerikan. Rundfunk in Berlin berichtete ausführlich über den Verlauf u. auch der Rundfunk in Amerika selbst. „Die Stimme aus Amerika“ nahm Stellung. Die Lage ist sehr gespannt.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Stromsperre
15.12.1948 · Kohle, Kälte, Stromsperren
Seit gestern ist von Mittags bis 6 Uhr nachm. Stromsperre – höchst lästig.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Erste Verlautbarungen
28.4.1949 · Rekorde und erste Hoffnung
Gestern erschienen die ersten amtlichen Verlautbarungen betr. Aufhebung der Blockade. Sollte es Wirklichkeit werden, wird das Leben in einigen Punkten leichter werden.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: Aufhebung bestätigt
5.5.1949 · Die Blockade endet
Es bestätigt sich jetzt, daß am 12. Mai die Blockade Berlins aufgehoben werden wird. Eine offensichtliche Niederlage der Russen!
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
Original im Archiv öffnenTagebuch Brass: „Heute zu Mitternacht“
11.5.1949 · Die Blockade endet
Heute zu Mitternacht wird die Blockade Berlins aufgehoben. Dies ist das allgemeine Gespräch. Man erwartet davon eine Lösung der vorhandenen Schwierigkeiten, aber eine solche liegt noch weit im Felde. Die durch die Blockade hervorgerufenen Verwirrungen sind so groß, daß sie sich nicht leicht werden entwirren lassen. Die Währungsfrage ist sehr schwierig, aber noch viel schwieriger scheint mir die innerpolitische Verwirrung in Berlin zu sein, die durch die beiden Magistrate hervorgerufen ist.
Echter Auszug aus dem ungekürzten Tagebuch des Berliner Malers Hans Brass (1885–1959), transkribiert auf Wikisource; Originale im Germanischen Nationalmuseum. Private Sicht eines Zeitgenossen: Gerüchte, Zeitungsmeldungen und eigene Befürchtungen stehen neben Beobachtungen.
Hans Brass · CC BY-SA 4.0 · Wikisource · Tagebuch Hans Brass
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Kinder sehen eine C-54 landen
1948 · Tempelhof: Landung im Minutentakt
Berühmte Aufnahme: Kinder auf einem Hügel beobachten einen Landeanflug auf Tempelhof.
Henry Ries / USAF · Public domain · Wikimedia Commons
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Berliner beobachten eine Landung
1948 · Tempelhof: Landung im Minutentakt
Zivilisten am Rand des Flughafens Tempelhof, Foto der US-Luftwaffe.
USAF · Public domain · Wikimedia Commons
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Entladereihe in Tempelhof
1948–1949 · Entladen in Minuten
Maschinen der US-Marine und der US-Luftwaffe beim Entladen.
U.S. Air Force · Public domain · Wikimedia Commons
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Entladen im Schnee
Winter 1948/49 · Kohle, Kälte, Stromsperren
Laut Originalbeschriftung kam in jedem 24-Stunden-Zeitraum Nachschub an – eine Aussage der US-Luftwaffe.
U.S. Air Force · Public domain · Wikimedia Commons
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C-74 mit Mehl in Gatow
19.8.1948 · Gatow: der britische Flugplatz
Pressefoto: über 20 Tonnen Mehl aus den USA in einer Maschine.
U.S. Department of Agriculture · Public domain · Wikimedia Commons
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Sunderland-Flugboot auf der Havel
1948 · Flugboote auf der Havel
Offizielles Foto der Royal Air Force, No. 201 Squadron.
RAF official photographer · Public domain · Wikimedia Commons
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Britische C-47 in Tegel
Nov. 1948 · Ein neuer Flughafen in 90 Tagen
Die ersten Tage des Flugbetriebs in Tegel, der am 5. November 1948 begann.
USAF · Public domain · Wikimedia Commons
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Ausgabe der Kohleration
um 1948 · Kohle, Kälte, Stromsperren
Berlinerinnen und Berliner holen ihre wöchentliche Kohleration ab.
USAF · Public domain · Wikimedia Commons
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Nährmittel-Lager in Berlin
Nov. 1948 · Kohle, Kälte, Stromsperren
Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftungen können zeitgebunden sein.
Erich O. Krueger · Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Grafik: Fluss der Fracht
12.12.1948 · Logistik als Waffe
Offizielle Darstellung der US-Luftwaffe zu Herkunft und Verteilung der Fracht.
U.S. Air Force · Public domain · Wikimedia Commons
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Kohlensäcke in Frankfurt
26.7.1949 · Logistik als Waffe
Verladung am Startpunkt der Luftbrücke in Frankfurt.
Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Statistiktafel der Luftbrücke
26.7.1949 · Logistik als Waffe
Foto einer Leistungstafel; Zahlen darauf sind Angaben der Betreiber.
Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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C-54 in Wiesbaden im Schnee
März 1949 · Die ersten Flüge
Einer der westdeutschen Startflughäfen; Foto aus dem März 1949.
U.S. Army · Public domain · Wikimedia Commons
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Ernst Reuter
8.3.1951 · „Ihr Völker der Welt …“
Porträt drei Jahre nach der Rede vom 9. September 1948; kein Foto der Kundgebung.
Carel L. de Vogel · ANEFO · CC0 · Wikimedia Commons
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Abfahrt des ersten Interzonenzuges
12.5.1949 · Die Blockade endet
Foto aus DDR-Bestand (Zentralbild); die Originalbeschriftung ist zeitgebunden.
Helmut Rudolph · Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Umtauschstelle zur Währungsreform
Juni 1948 · Neues Geld im Westen
Andrang beim Geldumtausch im Westen; genauer Ort laut Archiv nicht angegeben.
Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Kupons auf alte Geldscheine in Berlin
Juni 1948 · Zwei Währungen in einer Stadt
Die Ostwährung begann mit aufgeklebten Kupons auf alten Scheinen („Tapetenmark“). Foto der DDR-Nachrichtenagentur; Bildtexte sind zeitgebunden.
Otto Donath · Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Generalleutnant William H. Tunner
vor 1960 · Der „Schwarze Freitag“
Offizielles Porträt des Leiters der Luftbrücke; kein Foto vom 13. August 1948.
U.S. Air Force · Public domain · Wikimedia Commons
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Kind auf einem Care-Paket
Okt. 1948 · Kohle, Kälte, Stromsperren
West-Berlin während der Blockade; Bundesarchiv-Foto.
Bratke · Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Straßensperren werden beseitigt
11.5.1949 · Die Blockade endet
Am Vortag des Blockade-Endes werden Sperren an der Sektorengrenze abgebaut.
Rudolph · Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Luftbild Tempelhof
um 1948–1949 · Letzter Flug und Erinnerung
Der Flughafen mit seinem halbkreisförmigen Gebäude zur Zeit der Luftbrücke.
U.S. Air Force · Public domain · Wikimedia Commons
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