Originalscan: Ministerratsvorlage und Pressemitteilung
BStU, MfS, Arbeitsbereich Neiber Nr. 553, Bl. 15–19 · Chronik der Mauer
09.11. · tagsüber
Eine Arbeitsgruppe erarbeitet eine Übergangsregelung: Privatreisen sollen ohne besondere Reiseanlässe beantragt werden können; dauerhafte Ausreisen sollen auch über die Grenze nach West-Berlin möglich werden. Visa und Verwaltungsverfahren bleiben im Text vorgesehen. Die Veröffentlichung der Pressemitteilung ist für den nächsten Morgen vorgesehen – nicht eine sofortige, kontrollfreie Grenzöffnung am Abend.
Kurz erklärtAm Vormittag des 9. November formulieren Offiziere aus Innenministerium und Staatssicherheit eine Reiseregelung, die Privatreisen und ständige Ausreisen ohne Vorbedingungen erlaubt. Das ZK billigt den Entwurf am Nachmittag.
Für diese Station liegt kein eigenes lizenziertes Originalfoto vor. Die folgenden Bilder zeigen den historischen Kontext, nicht diesen genauen Moment.

09.11.1989 · Gera, Thüringen
Jan Peter Kasper · Bundesarchiv, Bild 183-1989-1109-036 · CC BY-SA 3.0 DE

09.11.1989 · Gera, Salvatorkirche
Jan Peter Kasper · Bundesarchiv, Bild 183-1989-1109-037 · CC BY-SA 3.0 DE
ZK-Gebäude der SED, Werderscher Markt · Orientierungspunkt; bei übergreifenden Ereignissen ein stellvertretender Schauplatz, kein metergenauer Ereignisnachweis. Der Mauerverlauf ist vereinfacht.
BStU, MfS, Arbeitsbereich Neiber Nr. 553, Bl. 15–19 · Chronik der Mauer
ADN-Mitteilung, abgedruckt in Neues Deutschland, 10.11.1989 · Chronik der Mauer
Bundesarchiv · Dokumente zur Deutschlandpolitik, Nr. 79A, S. 504
Leiter der Hauptabteilung Pass- und Meldewesen im DDR-Innenministerium
Formulierte am 9. November mit Kollegen den Entwurf der neuen Reiseregelung – ausdrücklich auch für ständige Ausreisen und ohne Vorbedingungen.