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Berlin · DDR / BRD · 52.55° N 13.39° E

Der Fall der Berliner Mauer — 9. November 1989

3 filmische Rekonstruktionen (Station 4 & 9 & 10)

Interaktive Rekonstruktion

Die Nacht des 9. November · Grenzöffnungs-Simulation

Wissenswertes & Kurzfakten

Zeitstrahl · Herbst–Dezember 1989 · MEZ / CET

Station 1/19 · Herbst 1989

Flucht und Friedliche Revolution

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Der 9. November hat eine Vorgeschichte: Ausreisen über Ungarn und die Prager Botschaft, Montagsdemonstrationen und der Ruf nach freien Wahlen setzen die SED unter Druck. Am 9. Oktober demonstrieren in Leipzig etwa 70.000 Menschen friedlich. Am 18. Oktober wird Erich Honecker abgelöst; am 4. November folgt die große Demonstration auf dem Alexanderplatz. Der Mauerfall ist nicht nur das Ergebnis eines Versprechers, sondern auch dieser gesellschaftlichen Bewegung.

Quelle zur Station ↗
Demonstration in Gera

Originalfoto zur Station

Demonstration in Gera

09.11.1989 · Gera, Thüringen

Noch am Tag des Mauerfalls gehen in vielen Städten der DDR Menschen auf die Straße. Funktionäre der SED stellen sich der Menge – der Druck auf die Führung ist enorm.

Quellenleiste

Jan Peter Kasper · Bundesarchiv, Bild 183-1989-1109-036 · CC BY-SA 3.0 DE

Bildnachweis und Original ↗

Chronik der Nacht: 9. bis 10. November 1989

Alle 16 Einträge & QuellenleistenBriefe, Protokolle & Beschlüsse

Die wichtigsten Momente im Überblick. Einträge mit Station springen in den Zeitstrahl.

  1. 18:00

    Pressekonferenz beginnt

    Günter Schabowski tritt im Internationalen Pressezentrum vor die Journalisten; das DDR-Fernsehen überträgt live.

    Quelle ↗
  2. ca. 18:53

    „Sofort, unverzüglich“

    Auf die Frage nach dem Inkrafttreten liest Schabowski aus der Vorlage: „sofort, unverzüglich“.

    Quelle ↗
  3. 19:04

    Erste Agenturmeldung

    Die Agenturen melden die neue Reiseregelung; die Meldungen laufen über die Bildschirme der Redaktionen in Ost und West.

    Quelle ↗
  4. 20:00

    Tagesschau meldet die Regelung

    Die ARD-Hauptnachrichten berichten um 20 Uhr – in weiten Teilen der DDR empfangbar. Viele Zuschauer machen sich auf den Weg zur Grenze.

    Quelle ↗
  5. ab 20:30

    Andrang an der Bornholmer Straße

    Immer mehr Menschen erreichen den Übergang an der Bösebrücke und fordern Einlass. Die Grenzer haben keinen Befehl zur Öffnung.

    Quelle ↗
  6. ca. 21:20

    „Ventillösung“

    Einzelne besonders drängende Menschen werden mit einem Ungültigkeitsstempel im Ausweis ausgereist – der Andrang wächst trotzdem.

    Quelle ↗
  7. 22:30

    Kampfgruppe in Bereitschaft

    Sicherheitskräfte werden in Bereitschaft versetzt; am Übergang drängen inzwischen Zehntausende. Eine gewaltsame Räumung wird erwogen, aber nicht befohlen.

    Quelle ↗
  8. 22:42

    Tagesthemen: „Die Mauer ist offen“

    Hanns Joachim Friedrichs verkündet im Westfernsehen die Öffnung der Grenzen – schneller, als die Lage an den Übergängen es hergibt.

    Quelle ↗
  9. ca. 23:30

    Bornholmer Straße öffnet

    Harald Jäger lässt die Kontrollen einstellen; der Schlagbaum geht hoch. Tausende strömen über die Bösebrücke nach West-Berlin.

    Quelle ↗
  10. 00:00–02:00

    Weitere Übergänge folgen

    Invalidenstraße, Friedrichstraße und weitere Übergänge öffnen. West-Berliner empfangen die Gäste mit Sekt und Blumen.

    Quelle ↗
  11. ab 02:00

    Feiern auf der Mauer

    Am Brandenburger Tor und entlang der Mauer feiern Menschen auf der Mauerkrone; erste „Mauerspechte“ schlagen Stücke heraus.

    Quelle ↗
  12. ca. 04:00

    Grenztruppen ohne Weisung

    Die Führung in Ost-Berlin ringt um eine Reaktion. An den Übergängen herrscht Ausnahmezustand – zurückgenommen wird nichts mehr.

    Quelle ↗
  13. 08:00

    Regelung offiziell veröffentlicht

    Am Morgen des 10. November erscheint die neue Reiseregelung im „Neuen Deutschland“ – die Nacht hat sie längst überholt.

    Quelle ↗
  14. 10:00

    Schlangen und Begrüßungsgeld

    Vor Pass- und Meldestellen bilden sich lange Schlangen; in West-Berlin holen sich Besucher ihr Begrüßungsgeld ab.

    Quelle ↗
  15. 18:00

    Hunderttausende unterwegs

    Am Abend des 10. November sind Hunderttausende DDR-Bürger in West-Berlin und Westdeutschland unterwegs; die meisten kehren am selben Tag zurück.

    Quelle ↗
  16. 22.12.

    Brandenburger Tor öffnet

    Sechs Wochen später wird auch das Brandenburger Tor als Übergang geöffnet – Kohl und Modrow sind dabei.

    Quelle ↗

Herbst 1989 · Flucht und Friedliche Revolution

Stationsdetail: Fotos, Karte & Quellen
Verifiziertes Archiv
Demonstration in Gera

Bild: Jan Peter Kasper · CC BY-SA 3.0 DE

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Originalmaterial

Rückblick: Die Ereignisse im November 1989

Zusammenschnitt mit Originalbildern der ARD-Nachrichten.

YouTube · tagesschau
Originalmaterial

Interview: Der Grenzoffizier, der den Schlagbaum öffnete

Harald Jäger erzählt von der Nacht an der Bornholmer Straße (englisch).

YouTube · AP Archive
Originalmaterial

tagesschau vom 3. Oktober 1990

Originalsendung zum Tag der Deutschen Einheit.

YouTube · tagesschau
Originalmaterial

Seltene Aufnahmen vom Mauerfall

Britisches Nachrichtenmaterial aus der Nacht und den Tagen danach.

YouTube · Frontline by ITN

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Hintergründe & Quellen

Der 9. November 1989 war kein geplanter Akt, sondern das Ergebnis von Druck, Missverständnissen und mutigen Entscheidungen. Dieses Dossier ordnet Vorgeschichte, die Nacht selbst und die lange Zeit danach ein. Alle Texte sind redaktionelle Einordnungen; Originaldokumente, Fotos und KI-Szenen bleiben klar getrennt.

Am 13. August 1961 riegelte die DDR West-Berlin ab. Aus Stacheldraht wurde eine gestaffelte Grenzanlage mit Hinterlandmauer, Signalzaun, Kolonnenweg, Wachtürmen und der etwa 3,60 Meter hohen Vorderlandmauer. Rund 155 Kilometer umschlossen West-Berlin, davon etwa 43 Kilometer zwischen den beiden Stadthälften.

Für die Menschen bedeutete das getrennte Familien, abgebrochene Wege zur Arbeit und eine Stadt mit zwei Wirklichkeiten. Die Mauer war zugleich politisches Symbol des Kalten Krieges und alltägliche Barriere.

Bildnachweise

Alle Archivbilder stammen von Wikimedia Commons; gemeinfreie Werke (Public Domain) sind frei nutzbar. Bundesarchiv-Bilder stehen unter CC BY-SA 3.0 DE: Nutzung mit Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen.