
1848 · 18. März 1848
Märzrevolution in Berlin
Jubel, Schüsse und eine Nacht auf den Barrikaden: Wie Berlin im März 1848 Freiheit erkämpfte – und warum sie so schnell wieder verloren ging.
- Originalquellen
- KI-Bilder
- Zeitzeugen-Perspektive
- Übersicht & Werkstatt
- 19
- Stationen
- 21
- Quellen
- 19
- KI-Bilder
- 8
- Kapitel
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Wissenswertes & Kurzfakten
Fünf Tage nach den Kämpfen druckte eine sächsische Wochenzeitung einen Berliner Bericht mit geschätzt 300 Toten.
Nachlesen · Camenzer Wochenschrift, 23.3.1848 · WikisourceAm 21. März 1848 trat der König mit Schwarz-Rot-Gold auf: „Ich trage Farben, die nicht mein sind …“
Nachlesen · Camenzer Wochenschrift, 30.3.1848 · WikisourceFreiligraths Gedicht über die Märzgefallenen wurde in 9000 Exemplaren gedruckt und brachte ihn vor Gericht.
Nachlesen · Die Todten an die Lebenden · Wikisource
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Quellen- & Kartenquiz
1 · 1819–1847 · KI-Rekonstruktion
Zensur und Überwachung
Die Karlsbader Beschlüsse von 1819 führen im Deutschen Bund Vorzensur für Zeitungen und die Überwachung der Universitäten ein. Liberale und nationale Bewegungen werden verfolgt. Fast drei Jahrzehnte lang prägt diese Ordnung die Politik. Ihre Aufhebung wird 1848 zur ersten Forderung.
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2 · 1844–1847 · KI-Rekonstruktion
Hunger und Teuerung
Missernten und die Kartoffelfäule lassen Lebensmittelpreise steigen. Im April 1847 plündern Berliner Marktstände; man spricht von der „Kartoffelrevolution“. Im selben Monat tritt in Berlin der Vereinigte Landtag zusammen. Der König verweigert ihm eine echte Verfassung.
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3 · 22.–24.2.1848 · KI-Rekonstruktion
Funke aus Paris
In Paris stürzt eine Erhebung König Louis-Philippe; Frankreich wird Republik. Die Nachricht erreicht innerhalb weniger Tage die deutschen Staaten. In Baden, Bayern und Sachsen entstehen „Märzministerien“. Überall werden ähnliche Forderungen erhoben.
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4 · 6.–15.3.1848 · KI-Rekonstruktion
Volksversammlungen im Tiergarten
Bei den Ausflugslokalen „In den Zelten“ versammeln sich Tausende. Sie beschließen Adressen an den König mit liberalen Forderungen. Ab dem 13. März kommt es zu Zusammenstößen mit Militär. Die Stimmung in der Stadt ist angespannt.
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5 · 13.3.1848 · KI-Rekonstruktion
Metternich stürzt
In Wien erzwingen Studenten und Bürger den Rücktritt des Staatskanzlers Metternich, des Architekten der Karlsbader Ordnung. Er flieht nach England. In Berlin wird die Nachricht als Zeichen verstanden, dass auch Preußen nachgeben muss.
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6 · 18.3.1848 · mittags · KI-Rekonstruktion
Jubel vor dem Schloss
Eine Abordnung, darunter der Rheinländer Ludolf Camphausen, erbittet beim König Pressefreiheit. Er bewilligt sie; Anschläge machen es bekannt. Auf dem Schlossplatz bringt die Menge ein Hoch aus. Dann rückt Militär gegen die Menge vor. So schildert es ein Bericht vom 19. März, den die Camenzer Wochenschrift am 23. März nachdruckt.
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7 · 18.3.1848 · nachmittags · KI-Rekonstruktion
Barrikaden entstehen
In kurzer Zeit entstehen in der Innenstadt Barrikaden aus Wagen, Pflastersteinen und Möbeln. Der Bericht von 1848 erzählt, wie Frauen Stühle und Tische aus den Fenstern warfen. Ein Stadtplan von 1848 verzeichnet die Barrikaden. Ihre genaue Zahl schwankt in den Quellen.
- Bericht aus Berlin: Barrikadenbau
- Barrikade Kronen-/Friedrichstraße
- Plan von Berlin mit den Barrikaden

8 · Nacht 18./19.3. · KI-Rekonstruktion
Die Nacht der Kämpfe
Bis in die Morgenstunden stürmen Truppen Barrikade um Barrikade, auch mit Kartätschen. Am Alexanderplatz, in der Breiten Straße und am Cölnischen Rathaus wird hart gekämpft. Mehrere hundert Menschen sterben, die meisten Zivilisten, viele Handwerker. Der Bericht von 1848 schätzt 300 Tote und nennt Gerüchte von 1000.
- Bericht aus Berlin: „eine förmliche Revolution“
- Angriff auf die Barrikade am Alexanderplatz
- Barrikade in der Breiten Straße
- Barrikade am Cölnischen Rathaus
- Erinnerung an den Befreiungskampf

9 · 19.3.1848 · früh · KI-Rekonstruktion
„An meine lieben Berliner“
In der Nacht verfasst Friedrich Wilhelm IV. einen Aufruf „An meine lieben Berliner“. Er verspricht den Abzug der Truppen, wenn die Barrikaden geräumt werden. Am 19. März verlassen die Truppen die Innenstadt. Laut Camenzer Wochenschrift wurde das Feuer am Sonntag früh um 7 Uhr eingestellt.
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10 · 19.3.1848 · nachmittags · KI-Rekonstruktion
Die Toten vor dem König
Berliner tragen Gefallene in den Schlosshof. Der König muss auf dem Balkon erscheinen und vor den Toten den Hut ziehen. Ferdinand Freiligrath macht die Szene im Juli 1848 zum Kern seines Gedichts „Die Todten an die Lebenden“.
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11 · 21.3.1848 · KI-Rekonstruktion
Der Umritt in Schwarz-Rot-Gold
Friedrich Wilhelm IV. reitet mit schwarz-rot-goldener Armbinde durch Berlin. In einer Proklamation erklärt er, Preußen gehe fortan in Deutschland auf. Die Camenzer Wochenschrift druckt am 30. März seine Rede nach: „Ich trage Farben, die nicht mein sind …“, und kommentiert sie sehr kritisch.
- Rede des Königs in schwarz-rot-goldenen Farben
- Kommentar: „Deutschland kann den König … nicht brauchen“

12 · 22.3.1848 · KI-Rekonstruktion
Begräbnis der Märzgefallenen
Die Särge werden zunächst am Gendarmenmarkt aufgebahrt. Adolph Menzel hält die Szene in einem unvollendeten Gemälde fest. Dann zieht ein riesiger Trauerzug in den Friedrichshain. Dort entsteht der Friedhof der Märzgefallenen. Er ist bis heute ein Erinnerungsort.
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13 · 23.3.1848 · KI-Rekonstruktion
Die Nachricht im Wochenblatt
Fünf Tage nach den Kämpfen druckt die Camenzer Wochenschrift einen Bericht aus Berlin. Er mischt Augenzeugnis, Zahlen, Gerüchte und Meinung. Falsch ist etwa die Meldung, der König sei gefangen. Gerade solche Fehler zeigen, wie Nachrichten 1848 reisten.
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14 · 18.5.1848 · KI-Rekonstruktion
Das erste deutsche Parlament
Nach dem Vorparlament tritt am 18. Mai 1848 die gewählte Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Heinrich von Gagern wird Präsident. Zeitgenössische Lithografien zeigen den Rundbau mit Galerien voller Zuschauer.
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15 · 14.6.1848 · KI-Rekonstruktion
Sturm auf das Zeughaus
Enttäuschte Arbeiter und Demokraten stürmen das Berliner Zeughaus, um sich zu bewaffnen. Die Bürgerwehr greift ein. Der Vorfall zeigt die Spaltung zwischen gemäßigten Liberalen und radikaleren Kräften.
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16 · Juli–Okt. 1848 · KI-Rekonstruktion
Die Toten an die Lebenden
Ferdinand Freiligrath lässt die Märzgefallenen sprechen: Die Revolution sei nur halb vollendet. Das Gedicht erscheint in 9000 Exemplaren. Er wird wegen Aufreizung angeklagt und im Oktober 1848 von Geschworenen freigesprochen.
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17 · 10.11.–5.12.1848 · KI-Rekonstruktion
Die Gegenrevolution
General Wrangel rückt mit Truppen in Berlin ein; der Belagerungszustand wird verhängt. Die preußische Nationalversammlung wird vertrieben und am 5. Dezember aufgelöst. Der König erlässt eine Verfassung aus eigener Machtvollkommenheit. Im selben Monat wird in Wien Robert Blum erschossen.
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18 · 28.3.–28.4.1849 · KI-Rekonstruktion
Die abgelehnte Krone
Die Paulskirche verabschiedet die Reichsverfassung und wählt Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser der Deutschen. Eine Deputation überbringt das Angebot am 3. April. Der König lehnt eine Krone aus der Hand eines Parlaments ab. Die Revolution scheitert 1849 in Kämpfen in Sachsen, der Pfalz und Baden.
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19 · 1906 · 1912 · heute · KI-Rekonstruktion
Umkämpfte Erinnerung
Im Kaiserreich legen Arbeiter am 18. März Kränze im Friedrichshain nieder. Die Polizei prüft 1912 die Inschriften auf den Schleifen. Heute erinnert der Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor an 1848 und an den 18. März 1990, die erste freie Volkskammerwahl.
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Friedhof der Märzgefallenen: 1906 und 2015


- Fotograf nicht genannt · Public domain
- Ziko van Dijk (CC BY-SA 4.0)
- Kein identischer Blickwinkel / Not a matched viewpoint
Audioguide · 8 Kapitel
KI-Sprecher · Bilder: KI-Rekonstruktionen, keine historischen Aufnahmen
1 · 22.–24.2.1848Funke aus ParisBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Ende Februar 1848 kämpfen in Paris Bürger und Arbeiter auf Barrikaden. König Louis-Philippe dankt ab, Frankreich wird Republik.
Mit Eisenbahn und Telegraf verbreitet sich die Nachricht schneller als je zuvor. In Mannheim, München und Leipzig formulieren Versammlungen die Märzforderungen: Pressefreiheit, Schwurgerichte, Volksbewaffnung und ein deutsches Parlament.
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2 · 18.3.1848 · mittagsJubel vor dem SchlossBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am Mittag des 18. März scheint Berlin zu feiern. Der König hat Pressefreiheit und eine Einberufung des Landtags zugesagt. Tausende strömen auf den Schlossplatz, um zu danken.
Doch das Militär im Schlosshof soll den Platz räumen. Dragoner reiten in die Menge, zwei Schüsse fallen. Ob sie absichtlich abgegeben wurden, ist bis heute ungeklärt. Aus Jubel wird Misstrauen.
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3 · Nacht 18./19.3.Die Nacht der KämpfeBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
In der Nacht zum 19. März tobt der Kampf in der Innenstadt. Das Militär rückt mit Infanterie und Artillerie gegen die Barrikaden vor.
Lithografien zeigen die Barrikaden am Alexanderplatz und in der Breiten Straße. Sie wurden kurz danach gezeichnet und gedruckt, oft mit klarer Parteinahme. Am Morgen sind mehrere hundert Menschen tot.
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4 · 21.3.1848Der Umritt in Schwarz-Rot-GoldBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am 21. März erscheint der König zu Pferd in den Straßen, mit einer Armbinde in Schwarz, Rot und Gold, den Farben der Nationalbewegung.
Eine sächsische Wochenzeitung druckt neun Tage später seine Worte nach. Sie misstraut ihnen offen: Wer auf das Volk schießen ließ, solle das Parlament nicht gnädig gewähren. Die Quelle zeigt, wie unterschiedlich das Ereignis gedeutet wurde.
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5 · 22.3.1848Begräbnis der MärzgefallenenBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Am 22. März werden die Toten der Barrikadenkämpfe beigesetzt. Zuvor stehen die Särge auf den Stufen am Gendarmenmarkt. Adolph Menzel beginnt dort ein Gemälde, das er nie vollendet.
Ein Zug von vielen Tausend Menschen begleitet die Särge in den Friedrichshain. Der Friedhof der Märzgefallenen wird zum Ort politischer Erinnerung, über Kaiserreich, Republik und Teilung hinweg.
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6 · 18.5.1848Das erste deutsche ParlamentBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Im Mai 1848 ziehen gewählte Abgeordnete aus allen Staaten des Deutschen Bundes in die Frankfurter Paulskirche ein. Viele sind Juristen, Professoren und Beamte.
Sie beraten Grundrechte und eine Reichsverfassung. Auf den Galerien hören Bürgerinnen und Bürger zu. Frauen durften nicht wählen, verfolgten die Debatten aber von der Damengalerie aus.
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7 · Juli–Okt. 1848Die Toten an die LebendenBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Im Juli 1848 schreibt der Dichter Ferdinand Freiligrath in Düsseldorf ein Gedicht aus der Sicht der Toten. Sie erinnern an den Moment, als der König vor ihnen den Hut ziehen musste.
Die Toten warnen, die Freiheit sei schon wieder verloren. Das Gedicht wird massenhaft gedruckt; Freiligrath kommt vor Gericht und wird freigesprochen. Es ist politische Dichtung, kein Augenzeugenbericht.
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8 · 1906 · 1912 · heuteUmkämpfte ErinnerungBild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme
Wie man sich an 1848 erinnern darf, ist lange umstritten. Fotos von 1906 und 1912 zeigen Kränze am Friedhof der Märzgefallenen und Polizisten, die deren Schleifen kontrollieren.
Heute trägt der Platz vor dem Brandenburger Tor den Namen Platz des 18. März. Er verbindet die Revolution von 1848 mit der ersten freien Wahl in der DDR am 18. März 1990.
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Originalquellen · 21
Jede Quelle mit Datum, Urheber, Lizenz und Einordnung. Der Link führt zum Original im Archiv.
Bericht aus Berlin: „eine förmliche Revolution“
19.3.1848 · gedruckt 23.3.1848 · Die Nacht der Kämpfe
Berlin, 19. März. Ich habe wahrscheinlich das traurige Vorrecht, der Erste zu seyn mit einem Bericht über die unerhörten Ereignisse des gestrichen Nachmittags und der vorigen Nacht. Nicht ein Auge habe ich geschlossen, und ich bin noch so konsternirt, daß ich kaum meine Gedanken sammeln kann; denn Sie müssen wissen, es war gestern hier eine förmliche Revolution (nicht Auflauf oder Aufruhr etc.) im Gange, und es sind nach einer oberflächlichen Schätzung an 300 Personen vom Volke und vom Militair getödtet worden, ohne die Verwundeten zu rechnen. Man spricht gar von 1000 Todten auf beiden Seiten.
Echter Auszug aus einer sächsischen Wochenzeitung. Der Bericht gibt eine fremde Korrespondenz aus Berlin wieder und mischt Beobachtung, Gerücht und Meinung; einzelne Angaben (etwa Gefangennahme des Königs) sind falsch. Transkription Wikisource.
Camenzer Wochenschrift Nr. 13 · Public domain · Camenzer Wochenschrift Nr. 13
Original im Archiv öffnenBericht aus Berlin: Deputation und Militär
19.3.1848 · gedruckt 23.3.1848 · Jubel vor dem Schloss
Gestern gegen Mittag war eine, aus hiesigen Stadtverordneten und einigen Rheinländern (worunter namentlich der Abgeordnete von Camphausen) bestehende Deputation beim König, um Preßfreiheit u. dgl. m. zu erbitten. Der König bewilligte das Verlangte auf der Stelle. Und sofort machte der Magistrat Dies durch Anschlagzettel an den Straßenecken öffentlich bekannt. Während nun dem Könige eine Dank und Glückwunschadresse dargebracht werden sollte und auf dem Schloßplatze eine zahlreich versammelte Menge ein Lebehoch ertönen ließ, kamen Personen von der sogenannten Schutzkommission ins Schloß gerannt und erklärten gegen die befehlshabenden Offiziere des dort aufgestellten Militairs: „sie könnten das Volk nicht mehr bewältigen und das Einschreiten des Militairs sey erforderlich.“ Dies geschah denn auch, und so entstand das Blutbad.
Echter Auszug aus einer sächsischen Wochenzeitung. Der Bericht gibt eine fremde Korrespondenz aus Berlin wieder und mischt Beobachtung, Gerücht und Meinung; einzelne Angaben (etwa Gefangennahme des Königs) sind falsch. Transkription Wikisource.
Camenzer Wochenschrift Nr. 13 · Public domain · Camenzer Wochenschrift Nr. 13
Original im Archiv öffnenBericht aus Berlin: Barrikadenbau
19.3.1848 · gedruckt 23.3.1848 · Barrikaden entstehen
Da fielen zwei Schüsse an der Gertraudenbrücke, das Signal der Bürger zum Aufstande. Man bewaffnete sich nach Möglichkeit; die Waffenläden lieferten den Bürgern auf Unterschrift ihres Namens die Waffen aus, der Kampf wurde organisirt. Alle Wagen jeder Gattung wurden zu Barrikaden benutzt, die Frauen warfen Stühle, Tische u. dgl. aus den Fenstern zu diesem Zwecke; Dächer wurden abgedeckt, um die Steine gegen das Militair zu gebrauchen.
Echter Auszug aus einer sächsischen Wochenzeitung. Der Bericht gibt eine fremde Korrespondenz aus Berlin wieder und mischt Beobachtung, Gerücht und Meinung; einzelne Angaben (etwa Gefangennahme des Königs) sind falsch. Transkription Wikisource.
Camenzer Wochenschrift Nr. 13 · Public domain · Camenzer Wochenschrift Nr. 13
Original im Archiv öffnenNeueste Berichte: Feuer eingestellt
gedruckt 23.3.1848 · „An meine lieben Berliner“
Die neuesten Berichte aus Berlin melden, daß am Sonntag früh 7 Uhr das Feuern eingestellt, der Landtag einberufen und Amnestie für alle politischen Vergehen bewilligt, in Folge Letzterer am 21. d. die gefangenen Polen freigegeben und eine allgemeine Bürgerbewaffnung gewährt worden. Auf dem Landtage soll zuerst über eine Constitution verhandelt werden.
Echter Auszug aus einer sächsischen Wochenzeitung. Der Bericht gibt eine fremde Korrespondenz aus Berlin wieder und mischt Beobachtung, Gerücht und Meinung; einzelne Angaben (etwa Gefangennahme des Königs) sind falsch. Transkription Wikisource.
Camenzer Wochenschrift Nr. 13 · Public domain · Camenzer Wochenschrift Nr. 13
Original im Archiv öffnenRede des Königs in schwarz-rot-goldenen Farben
21.3.1848 · gedruckt 30.3.1848 · Der Umritt in Schwarz-Rot-Gold
Ferner eröffnet er in einer Rede an das Volk, wobei er mit den deutschen Farben geschmückt, erschien: „Ich trage Farben, die nicht mein sind, aber ich will damit Nichts usurpiren, ich will keine Krone, keine Herrschaft, ich will Deutschlands Freiheit, Deutschlands Einigkeit, ich will Ordnung, das schwöre ich zu Gott. Ich habe nur gethan, was in der deutschen Geschichte schon oft geschehen ist, daß mächtige Fürsten und Herzöge, wenn die Ordnung niedergetreten war, das Banner ergriffen und sich an die Spitze des ganzen Volkes gestellt haben, und ich glaube, daß die Herzen der Fürsten mir entgegenschlagen und der Wille des Volkes mich unterstützen werden.“
Echter Auszug aus der Ausgabe vom 30. März 1848. Die Transkription auf Wikisource ist noch nicht korrekturgelesen. Die Rede des Königs ist nur in dieser Wiedergabe zitiert, nicht nach dem Originalmanuskript.
Camenzer Wochenschrift Nr. 15 · Public domain · Camenzer Wochenschrift Nr. 15
Original im Archiv öffnenKommentar: „Deutschland kann den König … nicht brauchen“
30.3.1848 · Der Umritt in Schwarz-Rot-Gold
Deutschland kann den König von Preußen mit seinen großmüthigen Anerbietungen nicht brauchen; das deutsche Volk wird sich sein Parlament selbst bilden, anstatt es von der Gnade eines Monarchen, der unter sein Volk mit Kartätschen schießen läßt, seßen zu lassen.
Echter Auszug aus der Ausgabe vom 30. März 1848. Die Transkription auf Wikisource ist noch nicht korrekturgelesen. Die Rede des Königs ist nur in dieser Wiedergabe zitiert, nicht nach dem Originalmanuskript.
Camenzer Wochenschrift Nr. 15 · Public domain · Camenzer Wochenschrift Nr. 15
Original im Archiv öffnenFreiligrath: Die Todten an die Lebenden · Beginn
Juli 1848 · Die Toten vor dem König
Die Kugel mitten in der Brust, die Stirne breit gespalten,
So habt ihr uns auf blut’gem Brett hoch in die Luft gehalten!
Hoch in die Luft mit wildem Schrei, daß unsre Schmerzgeberde
Dem, der zu tödten uns befahl, ein Fluch auf ewig werde!
Echter Auszug aus Freiligraths Gedicht (entstanden Juli 1848, Druck 1849), korrekturgelesen auf Wikisource. Politische Dichtung aus der Sicht der Toten, kein Augenzeugenbericht.
Ferdinand Freiligrath · Public domain · Ferdinand Freiligrath
Original im Archiv öffnenFreiligrath: Der König vor den Toten
Juli 1848 · Die Toten vor dem König
So war’s! Die Kugel in der Brust, die Stirne breit gespalten,
So habt ihr uns auf schwankem Brett auf zum Altan gehalten!
„Herunter!“ – und er kam gewankt – gewankt an unser Bette;
„Hut ab!“ – er zog – er neigte sich! (so sank zur Marionette,
Der erst ein Komödiante war!) – bleich stand er und beklommen!
Das Heer indeß verließ die Stadt, die sterbend wir genommen,
Echter Auszug aus Freiligraths Gedicht (entstanden Juli 1848, Druck 1849), korrekturgelesen auf Wikisource. Politische Dichtung aus der Sicht der Toten, kein Augenzeugenbericht.
Ferdinand Freiligrath · Public domain · Ferdinand Freiligrath
Original im Archiv öffnenFreiligrath: „Die halbe Revolution“
Juli 1848 · Die Toten an die Lebenden
Er blieb euch! ja, und er erwacht! er wird und muß erwachen!
Die halbe Revolution zur ganzen wird er machen!
…
Düsseldorf, Juli 1848.
Echter Auszug aus Freiligraths Gedicht (entstanden Juli 1848, Druck 1849), korrekturgelesen auf Wikisource. Politische Dichtung aus der Sicht der Toten, kein Augenzeugenbericht.
Ferdinand Freiligrath · Public domain · Ferdinand Freiligrath
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Barrikade Kronen-/Friedrichstraße
Darstellung 1848 · Aufnahme 2016 · Barrikaden entstehen
Reproduktion einer zeitgenössischen Darstellung der Barrikade. Gezeichnet, nicht fotografiert; Ausschmückungen möglich.
Gbi.bytos (Reproduktion) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Plan von Berlin mit den Barrikaden
1848 · Barrikaden entstehen
Zeitgenössischer Stadtplan mit eingezeichneten Barrikaden vom 18. und 19. März.
Stiftung Stadtmuseum Berlin · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Angriff auf die Barrikade am Alexanderplatz
1849 · Die Nacht der Kämpfe
Grafik von 1849, ein Jahr nach den Kämpfen; Darstellung, keine Momentaufnahme.
Unbekannt / unknown · Public domain · Wikimedia Commons
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Barrikade in der Breiten Straße
1848 · Die Nacht der Kämpfe
Lithografie mit dem Schloss im Hintergrund, aus der Reihe „Erinnerung an den Befreiungskampf“.
Eduard Gaertner (zugeschr.) · Public domain · Wikimedia Commons
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Barrikade am Cölnischen Rathaus
1848 · Die Nacht der Kämpfe
Zeitgenössischer Bilderbogen aus Frankfurt; zeigt die Kämpfe aus Sicht der Revolution.
Lexander · Verlag E. G. May · GLA Karlsruhe · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
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Erinnerung an den Befreiungskampf
um 1848–1850 · Die Nacht der Kämpfe
Erinnerungsblatt kurz nach den Ereignissen; deutet die Kämpfe als Befreiung.
Unbekannt / unknown · Public domain · Wikimedia Commons
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Aufbahrung der Märzgefallenen
1848 · Begräbnis der Märzgefallenen
Unvollendetes Ölgemälde eines Zeitgenossen, der die Aufbahrung am Gendarmenmarkt sah.
Adolph Menzel · Hamburger Kunsthalle · Public domain · Wikimedia Commons
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Nationalversammlung in der Paulskirche
1848 · Das erste deutsche Parlament
Lithografie der Sitzung mit Galerien und Rednertribüne.
Nach zeitgenössischer Zeichnung / after a contemporary drawing · Public domain · Wikimedia Commons
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Abgeordnete der Paulskirche
1848 · Das erste deutsche Parlament
Zeitgenössische Bildtafel mit Porträts von Abgeordneten.
Gerhard Delius · Public domain · Wikimedia Commons
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Sturm auf das Zeughaus
1848 · Sturm auf das Zeughaus
Kleine Reproduktion einer zeitgenössischen Grafik; Bildqualität begrenzt.
Unbekannt / unknown · Public domain · Wikimedia Commons
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Kränze zum 18. März
18.3.1906 · Umkämpfte Erinnerung
Fotografie vom Friedhof der Märzgefallenen 58 Jahre nach der Revolution.
Fotograf nicht genannt / photographer not credited · Public domain · Wikimedia Commons
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Polizei prüft Kranzinschriften
1912 · Umkämpfte Erinnerung
Fotografie, die die staatliche Kontrolle über das Gedenken im Kaiserreich zeigt.
Fotograf nicht genannt / photographer not credited · Public domain · Wikimedia Commons
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