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1918 · 9. Nov. 1918

Novemberrevolution und Republik

Matrosen, Generalstreik und zwei Ausrufungen an einem Tag: Wie aus dem Kaiserreich in neun Monaten die erste deutsche Demokratie wurde – mit Frauenwahlrecht und einer umstrittenen Verfassung.

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  1. KI: Matrosen verweigern den Befehl

    1 · 3.–4.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Matrosen verweigern den Befehl

    Ende Oktober 1918 soll die Hochseeflotte zu einer letzten Schlacht auslaufen, obwohl der Krieg verloren ist. Matrosen verweigern den Befehl. Am 3. November kommt es in Kiel zu Schüssen auf Demonstranten, am 4. November übernehmen Soldatenräte die Stadt. Von Kiel aus breitet sich die Revolution in wenigen Tagen über Deutschland aus.

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  2. KI: Generalstreik in Berlin

    2 · 9.11.1918 · morgens · KI-Rekonstruktion

    Generalstreik in Berlin

    Am Morgen des 9. November verlassen in Berlin Hunderttausende Arbeiterinnen und Arbeiter die Betriebe. Flugblätter rufen „Heraus aus den Fabriken“. Die Garnisonen schießen nicht auf die Menge; viele Soldaten schließen sich an.

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  3. KI: Lastwagen voller Revolutionäre

    3 · 9.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Lastwagen voller Revolutionäre

    Lastwagen mit bewaffneten Matrosen und Soldaten fahren durch das Brandenburger Tor. Ein Foto aus dem Bundesarchiv zeigt einen solchen Wagen. In wenigen Stunden wechselt die Macht in der Hauptstadt fast ohne Kämpfe.

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  4. KI: „Der Kaiser … hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen“

    4 · 9.11.1918 · mittags · KI-Rekonstruktion

    „Der Kaiser … hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen“

    Reichskanzler Max von Baden gibt eigenmächtig bekannt, dass Wilhelm II. abdankt – noch bevor der Kaiser selbst zustimmt. Er schlägt vor, Friedrich Ebert zum Reichskanzler zu ernennen und eine Nationalversammlung wählen zu lassen. Die Bekanntmachung erscheint im Reichsanzeiger vom 9. November 1918.

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  5. KI: Scheidemann ruft die Republik aus

    5 · 9.11.1918 · ca. 14 Uhr · KI-Rekonstruktion

    Scheidemann ruft die Republik aus

    Vom Reichstag aus ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die „deutsche Republik“ aus – ohne Absprache mit Ebert. Ein Foto davon erscheint am 24. November in der Berliner Illustrirten Zeitung. Den genauen Wortlaut kennen wir nur aus späteren Erinnerungen, nicht aus einer Aufnahme.

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  6. KI: Liebknecht und die „sozialistische Republik“

    6 · 9.11.1918 · ca. 16 Uhr · KI-Rekonstruktion

    Liebknecht und die „sozialistische Republik“

    Zwei Stunden später ruft Karl Liebknecht vom Spartakusbund am Schloss eine „freie sozialistische Republik“ aus. An einem Tag gibt es damit zwei Ausrufungen mit sehr unterschiedlichen Zielen. Vor dem Schloss stehen Maschinengewehrposten.

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  7. KI: Der Kaiser geht ins Exil

    7 · 10.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Der Kaiser geht ins Exil

    Wilhelm II. reist aus dem Hauptquartier in Spa in die neutralen Niederlande. Seine formelle Abdankungsurkunde unterzeichnet er erst am 28. November. Auch die anderen deutschen Fürsten verlieren in diesen Tagen ihre Throne.

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  8. KI: Der Rat der Volksbeauftragten

    8 · 10.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Der Rat der Volksbeauftragten

    Je drei Vertreter von SPD und USPD bilden eine Übergangsregierung: Ebert, Scheidemann, Landsberg, Haase, Dittmann und Barth. Die Berliner Illustrirte Zeitung stellt sie am 24. November als „Die Volksbeauftragten“ vor.

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  9. KI: Waffenstillstand

    9 · 11.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Waffenstillstand

    In einem Eisenbahnwagen bei Compiègne unterzeichnet der Zivilist Matthias Erzberger den Waffenstillstand. Um 11 Uhr schweigen an der Westfront die Waffen. Dass Politiker und nicht die Generäle unterschreiben, nutzen Gegner der Republik später für die Lüge vom „Dolchstoß“.

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  10. KI: Wahlrecht für Frauen

    10 · 12.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Wahlrecht für Frauen

    Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Aufruf an das deutsche Volk das allgemeine, gleiche Wahlrecht für alle Männer und Frauen ab 20 Jahren. Der Aufruf steht im Reichsgesetzblatt 1918. Die Weimarer Verfassung schreibt dieses Wahlrecht 1919 in Artikel 22 fest.

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  11. KI: Trauerzug für die Toten

    11 · 20.11.1918 · KI-Rekonstruktion

    Trauerzug für die Toten

    Am 20. November tragen Berliner acht beim Umsturz getötete Revolutionäre zu Grabe. Ein Foto von Robert Sennecke zeigt den Trauerzug. Sie werden im Friedrichshain beigesetzt, wo schon die Toten von 1848 liegen.

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  12. KI: Räte oder Parlament?

    12 · 16.–20.12.1918 · KI-Rekonstruktion

    Räte oder Parlament?

    Der Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte entscheidet mit großer Mehrheit, Wahlen zur Nationalversammlung für den 19. Januar 1919 anzusetzen. Damit setzt sich der Weg zu einer parlamentarischen Demokratie gegen eine Räterepublik durch.

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  13. KI: Januarkämpfe

    13 · 5.–12.1.1919 · KI-Rekonstruktion

    Januarkämpfe

    Anhänger der neuen KPD und linke Gruppen besetzen Zeitungsgebäude. Die Regierung lässt den Aufstand von Regierungstruppen und Freikorps niederschlagen. Kurt Tucholsky veröffentlicht am 16. Januar 1919 sein bitteres Gedicht „Berliner Kämpfe“.

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  14. KI: Mord an Luxemburg und Liebknecht

    14 · 15. & 25.1.1919 · KI-Rekonstruktion

    Mord an Luxemburg und Liebknecht

    Am 15. Januar 1919 ermorden Freikorpsoffiziere Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Am 25. Januar werden Liebknecht und weitere Opfer in Friedrichsfelde beigesetzt. Die Morde vertiefen den Bruch zwischen SPD und KPD für Jahrzehnte.

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  15. KI: Frauen wählen zum ersten Mal

    15 · 19.1.1919 · KI-Rekonstruktion

    Frauen wählen zum ersten Mal

    Bei der Wahl zur Nationalversammlung dürfen Frauen erstmals reichsweit wählen und gewählt werden. 37 Frauen ziehen in die Versammlung ein. Im Archiv liegt eine amtliche Ausweiskarte für diese Wahl in Berlin.

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  16. KI: Die Nationalversammlung in Weimar

    16 · 6.–13.2.1919 · KI-Rekonstruktion

    Die Nationalversammlung in Weimar

    Wegen der Unruhen in Berlin tritt die Nationalversammlung am 6. Februar 1919 in Weimar zusammen. Das Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt vom 10. Februar regelt die Übergangszeit; Ebert wird Reichspräsident. Am 13. Februar tagt erstmals das Kabinett Scheidemann.

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  17. KI: „Das Deutsche Reich ist eine Republik“

    17 · 11.8.1919 · KI-Rekonstruktion

    „Das Deutsche Reich ist eine Republik“

    Am 11. August 1919 unterzeichnet Ebert die Weimarer Verfassung. Artikel 1 lautet: „Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Die Verfassung garantiert Grundrechte, gibt dem Reichspräsidenten mit Artikel 48 aber auch weitreichende Notstandsbefugnisse.

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Reichstag: 9. November 1918 und 2022

Menge vor dem Reichstag · Foto 1918
Menge vor dem Reichstag · Foto 1918
Westfassade · Foto 29.10.2022
Westfassade · Foto 29.10.2022
  • Erich Greiser · Public domain
  • Christian David (CC BY-SA 4.0)
  • Kein identischer Blickwinkel / Not a matched viewpoint

Audioguide · 8 Kapitel

KI-Sprecher · Bilder: KI-Rekonstruktionen, keine historischen Aufnahmen

  1. 1 · 3.–4.11.1918Matrosen verweigern den Befehl

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Ende Oktober 1918 ist der Krieg verloren. Trotzdem soll die deutsche Flotte noch einmal auslaufen. Viele Matrosen halten das für einen sinnlosen Todesbefehl.

    In Kiel verweigern sie den Gehorsam und wählen Soldatenräte. Züge bringen die Nachricht in andere Städte, und innerhalb einer Woche wankt das Kaiserreich.

    Quelle zur Station
  2. 2 · 9.11.1918 · mittags„Der Kaiser … hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen“

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Gegen Mittag des neunten November handelt Reichskanzler Max von Baden auf eigene Faust. Er lässt verkünden: Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen.

    Wilhelm der Zweite hat das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht unterschrieben. Der Kanzler will dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert die Regierung übergeben – und Wahlen zu einer Nationalversammlung.

    Quelle zur Station
  3. 3 · 9.11.1918 · ca. 14 UhrScheidemann ruft die Republik aus

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Am frühen Nachmittag drängen sich vor dem Reichstag Tausende. Philipp Scheidemann tritt an ein Fenster und ruft die deutsche Republik aus.

    Friedrich Ebert ist darüber wütend: Über die Staatsform soll eine gewählte Versammlung entscheiden. Was Scheidemann wörtlich sagte, kennen wir nur aus seinen späteren Erinnerungen.

    Quelle zur Station
  4. 4 · 12.11.1918Wahlrecht für Frauen

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Am zwölften November 1918 hängen in Berlin neue Plakate. Der Rat der Volksbeauftragten verspricht das gleiche Wahlrecht für alle Männer und Frauen ab zwanzig Jahren.

    Für Frauenrechtlerinnen ist das das Ziel jahrzehntelanger Kämpfe. Die Weimarer Verfassung schreibt es ein Jahr später fest.

    Quelle zur Station
  5. 5 · 5.–12.1.1919Januarkämpfe

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Im Januar 1919 wird in Berlin wieder geschossen. Linke Aufständische besetzen das Zeitungsviertel und wollen die Regierung Ebert stürzen.

    Die Regierung setzt Freikorps ein, Truppen aus Freiwilligen, die oft der Republik feindlich gegenüberstehen. Kurt Tucholsky spottet in einem Gedicht: Revolution? Aber kein Gedanke!

    Quelle zur Station
  6. 6 · 19.1.1919Frauen wählen zum ersten Mal

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Am neunzehnten Januar 1919 stehen vor den Wahllokalen lange Schlangen. Zum ersten Mal dürfen in ganz Deutschland auch Frauen wählen.

    Siebenunddreißig Frauen werden in die Nationalversammlung gewählt. Die spätere Verfassung hält fest: Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte.

    Quelle zur Station
  7. 7 · 6.–13.2.1919Die Nationalversammlung in Weimar

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Berlin ist im Winter 1919 zu unruhig. Deshalb tagt die gewählte Nationalversammlung ab dem sechsten Februar im Nationaltheater in Weimar.

    Ein erstes Gesetz legt fest, dass sie die künftige Reichsverfassung beschließen soll. Friedrich Ebert wird zum Reichspräsidenten gewählt.

    Quelle zur Station
  8. 8 · 11.8.1919„Das Deutsche Reich ist eine Republik“

    Bild: KI-Rekonstruktion, keine historische Aufnahme

    Im August 1919 unterschreibt Friedrich Ebert während eines Urlaubs in Schwarzburg die neue Verfassung. Ihr erster Satz lautet: Das Deutsche Reich ist eine Republik.

    Sie garantiert Meinungsfreiheit und gleiche Rechte. Doch Artikel 48 erlaubt dem Präsidenten Notmaßnahmen – eine Regel, die später zum Ende der Republik beiträgt.

    Quelle zur Station

Originalquellen · 26

Jede Quelle mit Datum, Urheber, Lizenz und Einordnung. Der Link führt zum Original im Archiv.

  • Bekanntmachung: Thronentsagung des Kaisers

    9.11.1918 · „Der Kaiser … hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen“

    Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Max von Baden · Reichsanzeiger Nr. 267 · Public domain · Max von Baden · Reichsanzeiger Nr. 267

    Original im Archiv öffnen
  • Bekanntmachung: Ebert und die Nationalversammlung

    9.11.1918 · „Der Kaiser … hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen“

    Der Reichskanzler bleibt noch solange im Amte, bis die mit der Abdankung des Kaisers, dem Thronverzicht des Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind. Er beabsichtigt, dem Regenten die Ernennung des Abgeordneten Ebert zum Reichskanzler und die Vorlage eines Gesetzentwurfes wegen der sofortigen Ausschreibung allgemeiner Wahlen für eine verfassunggebende Deutsche Nationalversammlung vorzuschlagen, der es obliegen würde, die künftige Staatsform des deutschen Volkes einschließlich der Volksteile, die ihren Eintritt in die Reichsgrenzen wünschen sollten, endgültig festzustellen.

    Berlin, den 9. November 1918.

    Der Reichskanzler.

    Max Prinz von Baden.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Max von Baden · Reichsanzeiger Nr. 267 · Public domain · Max von Baden · Reichsanzeiger Nr. 267

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  • Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt · § 1

    10.2.1919 · Die Nationalversammlung in Weimar

    § 1

    Die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung hat die Aufgabe, die künftige Reichsverfassung sowie auch sonstige dringende Reichsgesetze zu beschließen.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Nationalversammlung · RGBl. 1919 · Public domain · Nationalversammlung · RGBl. 1919

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  • Weimarer Verfassung · Artikel 1

    11.8.1919 · „Das Deutsche Reich ist eine Republik“

    Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Weimarer Reichsverfassung · Public domain · Weimarer Reichsverfassung

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  • Weimarer Verfassung · Artikel 22 (Wahlrecht)

    11.8.1919 · Frauen wählen zum ersten Mal

    Die Abgeordneten werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl von den über zwanzig Jahre alten Männern und Frauen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. Das Nähere bestimmt das Reichswahlgesetz.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Weimarer Reichsverfassung · Public domain · Weimarer Reichsverfassung

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  • Weimarer Verfassung · Artikel 109 (Gleichheit)

    11.8.1919 · Frauen wählen zum ersten Mal

    Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich. Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Weimarer Reichsverfassung · Public domain · Weimarer Reichsverfassung

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  • Weimarer Verfassung · Artikel 118 (Meinungsfreiheit)

    11.8.1919 · „Das Deutsche Reich ist eine Republik“

    Jeder Deutsche hat das Recht, innerhalb der Schranken der allgemeinen Gesetze seine Meinung durch Wort, Schrift, Druck, Bild oder in sonstiger Weise frei zu äußern. An diesem Rechte darf ihn kein Arbeits- oder Anstellungsverhältnis hindern, und niemand darf ihn benachteiligen, wenn er von diesem Rechte Gebrauch macht. Eine Zensur findet nicht statt, doch können für Lichtspiele durch Gesetz abweichende Bestimmungen getroffen werden.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Weimarer Reichsverfassung · Public domain · Weimarer Reichsverfassung

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  • Weimarer Verfassung · Artikel 48 (Notstand)

    11.8.1919 · „Das Deutsche Reich ist eine Republik“

    Wenn ein Land die ihm nach der Reichsverfassung oder den Reichsgesetzen obliegenden Pflichten nicht erfüllt, kann der Reichspräsident es dazu mit Hilfe der bewaffneten Macht anhalten. Der Reichspräsident kann, wenn im Deutschen Reiche die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gestört oder gefährdet wird, die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen treffen, erforderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Macht einschreiten.

    Echter Auszug aus einem amtlichen Text, transkribiert und korrekturgelesen auf Wikisource. Gesetzestexte zeigen den Anspruch des Staates, nicht wie die Regeln tatsächlich umgesetzt wurden.

    Weimarer Reichsverfassung · Public domain · Weimarer Reichsverfassung

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  • Tucholsky: Berliner Kämpfe · Beginn

    16.1.1919 · Januarkämpfe

    Revolution? Aber kein Gedanke!

    Es brodelt im Hexenkessel der Panke,

    es hupen die Autos, es knattern die Flinten,

    Demonstrationen vorne und hinten –

    Tun sie auch so wie die Menschenfresser:

    die Panke war stets ein stilles Gewässer.

    Echter Auszug aus Tucholskys Gedicht (Erstdruck Weltbühne, 16.1.1919), korrekturgelesen auf Wikisource. Satire eines Zeitgenossen, kein sachlicher Bericht.

    Kurt Tucholsky · Public domain · Kurt Tucholsky

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  • Tucholsky: Berliner Kämpfe · Regierung und Liebknecht

    16.1.1919 · Januarkämpfe

    Wenn die Regierung einen wie Liebknecht hätt!

    Die Regierung aber sitzt auf dem Klosett

    und berät wie früher in der Reichskanzlei,

    was nunmehr und ob es zu tun sei.

    Echter Auszug aus Tucholskys Gedicht (Erstdruck Weltbühne, 16.1.1919), korrekturgelesen auf Wikisource. Satire eines Zeitgenossen, kein sachlicher Bericht.

    Kurt Tucholsky · Public domain · Kurt Tucholsky

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  • Matrosenaufstand in Kiel

    Matrosenaufstand in Kiel

    Nov. 1918 · Matrosen verweigern den Befehl

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Flugblatt der SPD zur Revolution

    Flugblatt der SPD zur Revolution

    Nov. 1918 · Generalstreik in Berlin

    Fotografie eines Flugblatts mit dem Aufruf, die Fabriken zu verlassen.

    Carl Weinrother · Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Lastwagen am Brandenburger Tor

    Lastwagen am Brandenburger Tor

    9.11.1918 · Lastwagen voller Revolutionäre

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Aufruf von Max von Baden und Scheidemann

    Aufruf von Max von Baden und Scheidemann

    Nov. 1918 · „Der Kaiser … hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen“

    Gedruckter Aufruf der Regierung, die Lage zu beruhigen.

    Max von Baden, Philipp Scheidemann u. a. · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Scheidemann am Reichstag

    Scheidemann am Reichstag

    9.11.1918 · Scheidemann ruft die Republik aus

    Erstveröffentlicht am 24.11.1918 in der Berliner Illustrirten Zeitung; Bildausschnitt und Moment sind nicht eindeutig gesichert.

    Erich Greiser · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Soldaten im Reichstag

    Soldaten im Reichstag

    Nov. 1918 · Scheidemann ruft die Republik aus

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • MG-Posten vor dem Schloss

    MG-Posten vor dem Schloss

    Nov. 1918 · Liebknecht und die „sozialistische Republik“

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Karl Liebknecht spricht

    Karl Liebknecht spricht

    um 1918 · Liebknecht und die „sozialistische Republik“

    Laut Beschreibung eine Rede am Grab gefallener Spartakisten; nicht die Ausrufung am Schloss.

    Unbekannt / unknown · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Der Rat der Volksbeauftragten

    Der Rat der Volksbeauftragten

    Dez. 1918 · Der Rat der Volksbeauftragten

    Barth, Landsberg, Ebert, Haase, Dittmann und Scheidemann.

    Unbekannt / unknown · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Berliner Illustrirte Zeitung: „Die Volksbeauftragten“

    Berliner Illustrirte Zeitung: „Die Volksbeauftragten“

    24.11.1918 · Der Rat der Volksbeauftragten

    Zeitungsseite zwei Wochen nach dem Umsturz.

    Berliner Illustrirte Zeitung · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Trauerzug für acht Revolutionäre

    Trauerzug für acht Revolutionäre

    20.11.1918 · Trauerzug für die Toten

    Pressefoto des Trauerzugs durch Berlin.

    Robert Sennecke · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Reichskongress der Räte

    Reichskongress der Räte

    Dez. 1918 · Räte oder Parlament?

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Soldaten mit Maschinengewehren

    Soldaten mit Maschinengewehren

    1918/19 · Januarkämpfe

    Bundesarchiv datiert auf November 1918; die genaue Kampfsituation ist nicht gesichert.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Beerdigung der Revolutionsopfer

    Beerdigung der Revolutionsopfer

    25.1.1919 · Mord an Luxemburg und Liebknecht

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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  • Amtliche Ausweiskarte zur Wahl

    Amtliche Ausweiskarte zur Wahl

    Jan. 1919 · Frauen wählen zum ersten Mal

    Ausweiskarte für die Wahlen zur Nationalversammlung und zur Preußischen Landesversammlung.

    Scan: Horst Ziegenfusz · Public domain · Wikimedia Commons

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  • Erste Sitzung des Kabinetts Scheidemann

    Erste Sitzung des Kabinetts Scheidemann

    13.2.1919 · Die Nationalversammlung in Weimar

    Bundesarchiv-Foto; die Originalbeschriftung stammt oft aus DDR-Beständen und ist zeitgebunden.

    Bundesarchiv · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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