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Pompeji · 40.75° N 14.49° E

Pompeji & der Vesuvausbruch — 79 n. Chr.

3 filmische Rekonstruktionen (Station 4 & 9)

Interaktive Rekonstruktion

24 Stunden am Vesuv · Ausbruchs-Simulation

Wissenswertes & Kurzfakten

Zeitstrahl · 62 / 63–heute · today

Station 1/19 · 62 / 63

Eine Stadt im Wiederaufbau

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Ein schweres Erdbeben beschädigte Pompeji lange vor dem Ausbruch. Als die Stadt 79 verschüttet wurde, waren manche Häuser und öffentliche Bauten noch in Reparatur. Nicht jede Baustelle lässt sich jedoch allein auf dieses Beben zurückführen: Ausbauten, wechselnde Eigentümer und spätere Erschütterungen gehören ebenfalls zur Geschichte der Stadt.

Quelle zur Station ↗
Das Forum: Købkes Blick von 1841

Überliefertes Originalbild zur Station

Das Forum: Købkes Blick von 1841

1841 · Pompeji / Neapel

Ein Gemälde der Ruinenstadt aus dem 19. Jahrhundert, kein Bild des Ausbruchstags. Die ausgegrabenen Säulen und der Berg vermitteln die spätere Wahrnehmung Pompejis. Der genaue Vulkanumriss von 79 lässt sich daraus nicht ableiten.

Quellenleiste

Christen Købke · J. Paul Getty Museum · Wikimedia Commons · dokumentiertes Objekt · Public Domain

Bildnachweis und Original ↗

Grabungschronik: Entdeckungen seit 1748

Die wichtigsten Momente im Überblick. Einträge mit Station springen in den Zeitstrahl.

  1. 1748

    Grabungsbeginn unter Karl von Bourbon

    Der Ingenieur Rocque Joaquín de Alcubierre lässt nach Herculaneum (1738) auch bei Pompeji graben – zunächst auf der Suche nach Kunstwerken.

    Quelle ↗
  2. 1763

    Die Stadt bekommt ihren Namen

    Eine Inschrift mit „res publica Pompeianorum“ bestätigt, dass es sich um Pompeji handelt.

  3. 1863

    Fiorellis erste Abgüsse

    Giuseppe Fiorelli lässt Hohlräume in der Asche mit Gips ausgießen und führt ein systematisches Ordnungssystem nach Regionen und Häuserblöcken ein.

    Quelle ↗
  4. 1924–1961

    Amedeo Maiuri

    Großflächige Freilegungen, u. a. an der Via dell’Abbondanza; dazu die Erforschung tieferer, älterer Schichten.

    Quelle ↗
  5. 1943

    Bomben auf Pompeji

    Alliierte Luftangriffe beschädigen zahlreiche Gebäude und das Museum.

    Quelle ↗
  6. 1997

    UNESCO-Welterbe

    Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata werden gemeinsam in die Welterbeliste aufgenommen.

    Quelle ↗
  7. 2012–2019

    Großes Pompeji-Projekt

    Ein von der EU mitfinanziertes Programm sichert Mauern, Dächer und Entwässerung, nachdem 2010 die Schola Armaturarum eingestürzt war.

    Quelle ↗
  8. 2018

    Kohle-Inschrift in Regio V

    Eine Kritzelei mit einem Datum, das als 17. Oktober gelesen wird, stützt die Annahme eines Ausbruchs im Herbst.

    Quelle ↗
  9. 2020

    Civita Giuliana: zwei Opfer

    In einer Villa vor der Stadt werden die Überreste zweier Männer gefunden und mit Fiorellis Methode abgegossen.

  10. 2021

    Prunkwagen und Sklavenkammer

    Ebenfalls in Civita Giuliana: ein fast vollständig erhaltener vierrädriger Wagen und ein karger Raum, in dem versklavte Menschen lebten.

  11. 2023

    Regio IX: Stillleben und Bäckerei

    Ein Fresko mit einem Fladenbrot wird bekannt; in einer Bäckerei zeigen Funde, dass Mühlen von Eingesperrten und Tieren angetrieben wurden.

    Quelle ↗
  12. 2024

    Schwarzer Saal und blauer Raum

    Neue Räume mit Fresken des Trojanischen Kriegs und ein blaues Heiligtum werden in Regio IX freigelegt.

    Quelle ↗
  13. 2024

    DNA widerlegt alte Deutungen

    Eine Studie in „Current Biology“ zeigt: Bei mehreren Abgüssen stimmen Geschlecht und Verwandtschaft nicht mit den überlieferten Erzählungen überein.

    Quelle ↗
  14. 2025

    Großer Dionysos-Fries

    In Regio IX wird ein fast lebensgroßer Fries mit Mänaden und Satyrn vorgestellt.

    Quelle ↗

62 / 63 · Eine Stadt im Wiederaufbau

Quellenleiste: Überlieferung & Dokumente

Alle Pompeji-Quellen öffnenArchivlinks aller Stationen

Für diese Station liegt hier kein eigenes überliefertes Dokument vor. Fotografien und der Quellenlink der Station ergänzen die Belege; es wird kein Protokoll erfunden.

Verifiziertes Archiv
Das Forum: Købkes Blick von 1841

Bild: Christen Købke · J. Paul Getty Museum · Public Domain

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Entdecker-Werkstatt

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Echte Quellen & Inhalte

KI-Werkzeuge

Originalmaterial

Ausgrabung legt „blauen Raum“ frei

Nachrichtenbericht über einen Fund von 2024 (englisch).

YouTube · NBC News
Rekonstruktion

A Day in Pompeii – Animation

Computeranimation für eine Museumsausstellung – eine Rekonstruktion, kein Dokument.

YouTube · ZERO ONE
Originalmaterial

Virtueller Rundgang durch die neuen Grabungen (Regio V)

Offizieller Kanal des Archäologischen Parks: Direktor Massimo Osanna führt durch die Grabungsflächen (englisch).

YouTube · Parco Archeologico di Pompei
Originalmaterial

Leben und Tod in Pompeji und Herculaneum

Offizieller Kanal des British Museum zur Ausstellung von 2013: Kuratoren erklären Alltagsfunde aus beiden Städten (englisch).

YouTube · The British Museum
Originalmaterial

Die Technik der Gipsabgüsse – heute angewandt

Offizieller Kanal des italienischen Kulturministeriums, zuständig für den Park: Restauratoren gießen Hohlräume wie seit Fiorelli 1863 mit Gips aus (italienisch). Kann Abgüsse verstorbener Menschen zeigen.

YouTube · Ministero della Cultura (MiC)

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Hintergründe & Quellen

Eine römische Stadt ist mehr als ihr Untergang. Dieses Dossier verbindet den Alltag ihrer Bewohner, die antike Erinnerung und die Arbeit heutiger Forschung. Alle Texte sind redaktionelle Einordnungen; originale Fundstücke, überlieferte Texte und KI-Bilder bleiben getrennt.

Wenn wir heute durch Pompeji gehen, sehen wir offene Dächer, freigelegte Wände und leere Straßen. Im Jahr 79 waren dieselben Orte Teil einer bewohnten Stadt. Räume wurden genutzt, umgebaut, vermietet und repariert. In den Neubefunden der Regio V treffen ältere Dekorationen auf laufende Arbeiten: Das Haus des Jupiter bewahrte aufwendige Wandgestaltung des Ersten Stils, während das Haus mit dem Garten mit einem bemalten Portikus und großen Figurenbildern ausgestattet war. Solche Häuser zeigen Entscheidungen ihrer Bewohner, nicht einen für Jahrhunderte unveränderten römischen Alltag.

Die besonders gut sichtbaren Wohnhäuser wohlhabender Menschen können den Blick verzerren. Nicht jeder Mensch besaß einen solchen Hof, eine eigene Küche oder repräsentative Malereien. Werkstätten und gewerbliche Räume gehörten ebenso zur Stadt. Gegenstände lassen Arbeit erkennen, aber nicht automatisch die rechtliche Stellung, den Namen oder die Wünsche der Person, die sie benutzte. Ein Mahlstein kann eine Tätigkeit belegen; er sagt nicht, ob ein konkreter Arbeiter frei, freigelassen oder versklavt war.

Gerade die Lücken sind wichtig. Ein prachtvolles Fresko überliefert keine vollständige Familiengeschichte. Eine Werkstatt ist kein Tagebuch. Unsere erfundene Figur Lucius schafft einen Zugang zu Arbeit und Unsicherheit, bleibt aber ausdrücklich außerhalb des Quellenarchivs. Weder sein Name noch seine Mutter oder ein möglichlicher Fluchtweg werden als archäologisch nachgewiesen präsentiert.

Bildnachweise

Alle Archivbilder stammen von Wikimedia Commons; gemeinfreie Werke (Public Domain) sind frei nutzbar. Bundesarchiv-Bilder stehen unter CC BY-SA 3.0 DE: Nutzung mit Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen.