Regio IX: neue Einblicke in römisches Bauen
Offizieller Kanal des Archäologischen Parks (italienisch).
YouTube · Parco Archeologico di PompeiPompeji · 40.75° N 14.49° E
Interaktive Rekonstruktion
24 Stunden am Vesuv · Ausbruchs-Simulation
Zwei Briefe von Plinius dem Jüngeren – 6,16 und 6,20 – schildern den Ausbruch und seine Folgen.
Nachlesen · Plinius · Briefe VIDie systematischen Ausgrabungen in Pompeji begannen 1748, lange nach der Verschüttung.
Nachlesen · Parco archeologico di PompeiDas genaue Datum des Ausbruchs im Jahr 79 ist bis heute umstritten.
Nachlesen · WikipediaZeitstrahl · 62 / 63–heute · today
Station 1/19 · 62 / 63
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Ein schweres Erdbeben beschädigte Pompeji lange vor dem Ausbruch. Als die Stadt 79 verschüttet wurde, waren manche Häuser und öffentliche Bauten noch in Reparatur. Nicht jede Baustelle lässt sich jedoch allein auf dieses Beben zurückführen: Ausbauten, wechselnde Eigentümer und spätere Erschütterungen gehören ebenfalls zur Geschichte der Stadt.
Quelle zur Station ↗
Überliefertes Originalbild zur Station
1841 · Pompeji / Neapel
Ein Gemälde der Ruinenstadt aus dem 19. Jahrhundert, kein Bild des Ausbruchstags. Die ausgegrabenen Säulen und der Berg vermitteln die spätere Wahrnehmung Pompejis. Der genaue Vulkanumriss von 79 lässt sich daraus nicht ableiten.
Quellenleiste
Christen Købke · J. Paul Getty Museum · Wikimedia Commons · dokumentiertes Objekt · Public Domain
Bildnachweis und Original ↗Die wichtigsten Momente im Überblick. Einträge mit Station springen in den Zeitstrahl.
1748
Grabungsbeginn unter Karl von Bourbon
Der Ingenieur Rocque Joaquín de Alcubierre lässt nach Herculaneum (1738) auch bei Pompeji graben – zunächst auf der Suche nach Kunstwerken.
1763
Die Stadt bekommt ihren Namen
Eine Inschrift mit „res publica Pompeianorum“ bestätigt, dass es sich um Pompeji handelt.
1863
Fiorellis erste Abgüsse
Giuseppe Fiorelli lässt Hohlräume in der Asche mit Gips ausgießen und führt ein systematisches Ordnungssystem nach Regionen und Häuserblöcken ein.
1924–1961
Amedeo Maiuri
Großflächige Freilegungen, u. a. an der Via dell’Abbondanza; dazu die Erforschung tieferer, älterer Schichten.
1997
UNESCO-Welterbe
Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata werden gemeinsam in die Welterbeliste aufgenommen.
2012–2019
Großes Pompeji-Projekt
Ein von der EU mitfinanziertes Programm sichert Mauern, Dächer und Entwässerung, nachdem 2010 die Schola Armaturarum eingestürzt war.
2018
Kohle-Inschrift in Regio V
Eine Kritzelei mit einem Datum, das als 17. Oktober gelesen wird, stützt die Annahme eines Ausbruchs im Herbst.
2020
Civita Giuliana: zwei Opfer
In einer Villa vor der Stadt werden die Überreste zweier Männer gefunden und mit Fiorellis Methode abgegossen.
2021
Prunkwagen und Sklavenkammer
Ebenfalls in Civita Giuliana: ein fast vollständig erhaltener vierrädriger Wagen und ein karger Raum, in dem versklavte Menschen lebten.
2023
Regio IX: Stillleben und Bäckerei
Ein Fresko mit einem Fladenbrot wird bekannt; in einer Bäckerei zeigen Funde, dass Mühlen von Eingesperrten und Tieren angetrieben wurden.
2024
Schwarzer Saal und blauer Raum
Neue Räume mit Fresken des Trojanischen Kriegs und ein blaues Heiligtum werden in Regio IX freigelegt.
2024
DNA widerlegt alte Deutungen
Eine Studie in „Current Biology“ zeigt: Bei mehreren Abgüssen stimmen Geschlecht und Verwandtschaft nicht mit den überlieferten Erzählungen überein.
2025
Großer Dionysos-Fries
In Regio IX wird ein fast lebensgroßer Fries mit Mänaden und Satyrn vorgestellt.
Für diese Station liegt hier kein eigenes überliefertes Dokument vor. Fotografien und der Quellenlink der Station ergänzen die Belege; es wird kein Protokoll erfunden.

Bild: Christen Købke · J. Paul Getty Museum · Public Domain
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Regio IX: neue Einblicke in römisches Bauen
Offizieller Kanal des Archäologischen Parks (italienisch).
YouTube · Parco Archeologico di PompeiAusgrabung legt „blauen Raum“ frei
Nachrichtenbericht über einen Fund von 2024 (englisch).
YouTube · NBC NewsA Day in Pompeii – Animation
Computeranimation für eine Museumsausstellung – eine Rekonstruktion, kein Dokument.
YouTube · ZERO ONEVirtueller Rundgang durch die neuen Grabungen (Regio V)
Offizieller Kanal des Archäologischen Parks: Direktor Massimo Osanna führt durch die Grabungsflächen (englisch).
YouTube · Parco Archeologico di PompeiLeben und Tod in Pompeji und Herculaneum
Offizieller Kanal des British Museum zur Ausstellung von 2013: Kuratoren erklären Alltagsfunde aus beiden Städten (englisch).
YouTube · The British MuseumDie Technik der Gipsabgüsse – heute angewandt
Offizieller Kanal des italienischen Kulturministeriums, zuständig für den Park: Restauratoren gießen Hohlräume wie seit Fiorelli 1863 mit Gips aus (italienisch). Kann Abgüsse verstorbener Menschen zeigen.
YouTube · Ministero della Cultura (MiC)Videos laden erst nach Klick über youtube-nocookie.com. Rechte liegen bei den jeweiligen Kanälen.
Eine römische Stadt ist mehr als ihr Untergang. Dieses Dossier verbindet den Alltag ihrer Bewohner, die antike Erinnerung und die Arbeit heutiger Forschung. Alle Texte sind redaktionelle Einordnungen; originale Fundstücke, überlieferte Texte und KI-Bilder bleiben getrennt.
Wenn wir heute durch Pompeji gehen, sehen wir offene Dächer, freigelegte Wände und leere Straßen. Im Jahr 79 waren dieselben Orte Teil einer bewohnten Stadt. Räume wurden genutzt, umgebaut, vermietet und repariert. In den Neubefunden der Regio V treffen ältere Dekorationen auf laufende Arbeiten: Das Haus des Jupiter bewahrte aufwendige Wandgestaltung des Ersten Stils, während das Haus mit dem Garten mit einem bemalten Portikus und großen Figurenbildern ausgestattet war. Solche Häuser zeigen Entscheidungen ihrer Bewohner, nicht einen für Jahrhunderte unveränderten römischen Alltag.
Die besonders gut sichtbaren Wohnhäuser wohlhabender Menschen können den Blick verzerren. Nicht jeder Mensch besaß einen solchen Hof, eine eigene Küche oder repräsentative Malereien. Werkstätten und gewerbliche Räume gehörten ebenso zur Stadt. Gegenstände lassen Arbeit erkennen, aber nicht automatisch die rechtliche Stellung, den Namen oder die Wünsche der Person, die sie benutzte. Ein Mahlstein kann eine Tätigkeit belegen; er sagt nicht, ob ein konkreter Arbeiter frei, freigelassen oder versklavt war.
Gerade die Lücken sind wichtig. Ein prachtvolles Fresko überliefert keine vollständige Familiengeschichte. Eine Werkstatt ist kein Tagebuch. Unsere erfundene Figur Lucius schafft einen Zugang zu Arbeit und Unsicherheit, bleibt aber ausdrücklich außerhalb des Quellenarchivs. Weder sein Name noch seine Mutter oder ein möglichlicher Fluchtweg werden als archäologisch nachgewiesen präsentiert.
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